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European Investment Bank (EIB): Die Förderbank der EU
Förderbanken wie die deutsche KfW oder die bayerische LfA sind Förderinstitutionen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, das Förderwesen, wie wir es heute kennen, mitzugestalten. Auf der EU-Ebene existiert mit der European Investment Bank (EIB) ebenfalls ein Geldinstitut, welches auf Förderung spezialisiert ist
Entstehung und Geschichte
Die Europäische Investitionsbank wurde 1958 durch den Vertrag von Rom gegründet. Ihre Mission war: die wirtschaftliche Integration Europas zu fördern, Infrastruktur zu verbessern und Investitionen in weniger entwickelte Regionen zu unterstützen.
In den ersten Jahren finanzierte die EIB vor allem klassische Infrastrukturprojekte, etwa Straßen, Häfen und Energieversorgung. Mit der Erweiterung der EU und den politischen Entwicklungen veränderte sich auch ihr Profil. Heute ist die EIB die weltweit größte multilaterale Finanzierungsinstitution. Sie ist im Besitz der Mitgliedstaaten der EU, die gemeinsam über die strategische Ausrichtung entscheiden.
Die EIB ist keine klassische Förderbank wie die deutsche KfW, sondern eine Bank mit einem klaren öffentlichen Auftrag. Sie finanziert ihre Darlehen überwiegend am Kapitalmarkt durch die Emission von Anleihen.
Die EIB arbeitet eng mit der Europäischen Kommission zusammen, etwa im Rahmen des InvestEU-Programms, um Garantien und Finanzinstrumente bereitzustellen. Seit dem Jahr 2000 sind der europäische Investitionsfonds und die EIB als EIB-Gruppe bekannt. Allerdings ist die EIB nicht wie andere EU-Organe der Kommission unterstellt.
Förderschwerpunkte
Die EIB richtet ihre Tätigkeit nach den politischen Prioritäten der EU aus. Ihre Fördertätigkeit fußt nach aktuellem Stand (2025) auf folgenden Themenschwerpunkten:
- Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Bis 2030 sollen über eine Billion Euro in den Klimaschutz und ökologische Transformation fließen. Finanziert werden Projekte in erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Mobilität.
- Innovation und Digitalisierung: Ein weiterer Fokus liegt auf der Unterstützung von Forschung, Entwicklung und Digitalisierung.
- Infrastruktur und regionale Entwicklung: Der Ausbau von Verkehrsnetzen, Breitbandinfrastruktur und urbanen Entwicklungsprojekten ist ein Kernbereich. Die EIB achtet dabei verstärkt auf nachhaltige und integrierte Stadtentwicklung.
- Soziale Investitionen: Neben klassischer Wirtschaftsförderung unterstützt die EIB auch Projekte im Bildungs- und Gesundheitswesen. So werden Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und bezahlbarer Wohnraum finanziert.
- Internationale Dimension: Die EIB investiert nicht nur innerhalb der EU. Als Entwicklungsbank ist sie auch weltweit tätig.
Förderkonditionen
Die EIB finanziert große Investitionsprojekte (ab 25 Mio. €) durch Einzeldarlehen. Bei kleineren Investitionen, beispielsweise durch KMU in Höhe von 1 Mio. Euro bis 25 Mio. Euro vergibt die EIB Globaldarlehen. Diese werden von lokalen Kreditinstituten ausgezahlt.
Die EIB gewährt mittel- und langfristige Darlehen (bis zu 20 Jahren und mehr), deren Laufzeit und eventuelle tilgungsfreie Zeit sich nach Art und Nutzungsdauer der Projekte richtet. Die Darlehen werden zu 100% ausbezahlt. Der Finanzierungsanteil beträgt bis zu 50% des Investitionsaufwands.
Im Jahr 2024 hat die EIB nach eigenen Angaben Finanzierungen im Wert von 88,8 Mrd. Euro unterzeichnet. Der Großteil davon ging an Projekte für den Klimaschutz und die ökologische Nachhaltigkeit. Bis 2030 möchte die EIB in diesem Bereich Kredite in einer Gesamthöhe von bis zu 1 Billion Euro ausgegeben haben.